BWV Holzmarkt-Update vom 19.07.2021

Beitrag, 19. Juli 2021

Die intensiven Gewitter der letzten Wochen haben punktuell auch die Waldflächen geschädigt. Sehr kleinräumig sind Sturmschäden aufgetreten, großflächiger hat eine Entlaubung bzw. Entnadelung  durch Hagel stattgefunden. Die Sturmschäden können bei der aktuell guten Marktlage für Sägerundholz und der ausreichend verfügbaren Erntemaschinen rasch aufgearbeitet und vermarktet werden. Diese geringe Gesamtschadensmenge hat keinen Einfluss auf den Holzmarkt, sondern sollte vielmehr als vorzeitiger Start für Folgenutzungen gesehen werden. Speziell wenn die Holzerntegeräte bereits auf diesen Waldflächen arbeiten, können Normalnutzungen gut angehängt werden.

Die durch Hagel geschädigten Bestände (Teilentnadelung) gehören in Zukunft genau kontrolliert, damit sich auf diesen Flächen nicht der Borkenkäfer als Sekundärschädling entwickeln kann. 

Die im nachfolgenden Artikel angeführten Holzmarktinformationen vom 5. Juli 2021 sind weiterhin gültig.

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Holznutzungen auf Sommer vorziehen!

Die Preise für Sägerundholz haben in den letzten Wochen kräftig angezogen und haben mit Juli ein allzeithoch erreicht (nominell betrachtet)! Von diesen Holzpreisen profitieren jedoch nur Waldbesitzer*innen, welche diese Marktphase auch nutzen.

 

Daher wird heuer speziell die Sommerzeit ein guter Zeitpunkt für Normalnutzungen sein. Entgegen der letzten Jahre wird heuer deutlich weniger Schadholz erwartet und der Rundholzstrom in den nächsten Monaten voraussichtlich eher gering sein. Für Waldbesitzer*innen, welche bereit sind, auch in den Sommermonaten Rundholz zu produzieren, bietet sich aktuell die Chance auf einen guten Absatzmarkt mit einer zügigen Abwicklung und hohen Holzpreisen für Sägerundholz.

Bei anhaltender guter Marktlage im Herbst und Winter ist zu erwarten, dass die Produktion großflächig und verstärkt einsetzen wird und aus diesem Aspekt sollten Nutzungen auf die nächsten Monate (Juli – September) vorgezogen werden. Denn nur dadurch kann der Produktionszeitraum ausgedehnt und der Holzfluss kontinuierlich und planbar abgewickelt werden.

Waldbesitzer*innen, die Nutzungen selbst motormanuell durchführen, finden im Sommer nicht die Zeit dafür. Daher sollten vor allem Waldbesitzer*innen, die normalerweise Harvester oder Seilkran einsetzen, ihre Nutzung vorziehen. Denn Maschineneinsätze sind zügig abwickelbar und das anfallende Holz kann rasch abgefahren werden. Für eine gute Planung des Einsatzes stimmen Sie sich bitte rechtzeitig mit Ihrem Waldhelfer ab.

 

Guten Holzmarkt nützen

Die Verfügbarkeit von Rundholz in gesamt Mitteleuropa ist heuer bis dato gering und billiges Schadholz ist nicht mehr verfügbar. Die Schnittholzmärkte florieren weiterhin mit einem noch nie dagewesenen Preisniveau und die gesamte Holzindustrie ist bestrebt, ihre Einschnitte zu steigern. All diese Faktoren führten in den letzten Monaten zu der rasanten Preisentwicklung.

Die Holzpreise für Nadelsägerundholz erhöhten sich im dritten Quartal 2021 nochmals deutlich und der Preis für Fichten-Blochholz der Güteklassen B/C ab einem Mittendurchmesser von 20 cm liegt bei rund 110,00 Euro pro Festmeter. Auch die Abschläge für schlechte Qualitäten (CX, Käfer) wurden reduziert. Die Angebotspreise wurden bis Ende September vereinbart.

Deutlich anders stellt sich die Situation bei Industrieholz dar! Der Absatz von Nadel- und Laubfaserholz erfolgt zwar zügig und hemmt somit nicht die Nutzungen, jedoch können weiterhin keine spürbaren Preiserhöhungen umgesetzt werden. Das bestehende Preisniveau liegt zwischen 53,00 und 58,00 Euro pro Atrotonne. Dies ergibt umgerechnet für Fichten-Faserholz einen Festmeterpreis von rund 26,00 Euro.  Zusätzlich ist der Absatz von Schleifholz überwiegend weggebrochen, daher kann für dieses Sortiment nur der Faserholzpreis angesetzt werden. Es ist nicht zu erwarten, dass sich diese Situation ändert, deshalb sollte der Zeitpunkt des Durchforstungseingriffes rein anhand der Dringlichkeit der Maßnahme im jeweiligen Bestand gewählt werden.

 

Regelmäßige Kontrollen notwendig!

Natürlich muss auch weiterhin das Augenmerkt auf die Kontrolle der Waldflächen auf Borkenkäfer-Befallsmerkmale (Bohrmehl, Harzfluss,...) gelegt werden. Auch die starken Hagelschäden der letzten Wochen können Beschädigungen an den Bäumen verursacht haben, was in Folge zu erhöhtem Borkenkäferrisiko führt. Die Borkenkäferaktivität hat jahreszeitlich bedingt merklich zugenommen, daher sollte die positive Marktsituation zur Vorbeugung und zur raschen und großzügigen Aufarbeitung von befallenen Beständen genutzt werden.

 

Die konkreten Rundholzangebote für das dritte Quartal sind den Waldhelfern bekannt und diese stimmen sich gerne mit Ihnen gemeinsam über die optimale Nutzung und Vermarktung ab.

 

Die nächste Information erscheint am 2. August 2021.

Waldverband OÖ