Markt zwingt zur reduzierten Holznutzung - BWV-Holz­markt­bericht vom 04.10.2021

Beitrag, 04. Oktober 2021

Nach einem ersten Halbjahr mit scheinbar unbegrenztem Holzbedarf ist seit August der „bittere Alltag“ am Holzmarkt mit Zufuhrsperren und Kontingentierung zurückgekehrt! Nur mit einer reduzierten und gut abgestimmten Holzproduktion kann das vierte Quartal normal verlaufen.

Nach einer überzogenen Nachfrage und Preisentwicklung für Schnittholz und Fertigprodukte im ersten Halbjahr 2021 hat sich in den Sommermonaten die Situation schlagartig verändert. Der scheinbar unbegrenzte Nachfragehype ist rasch eingebrochen, der Absatz von Schnittware stockt und die Preise für Schnittholz müssen sich gerade neu finden!

Die Rundholzpreise stiegen im ersten Halbjahr 2021 zwar auch deutlich, jedoch von einem extrem niedrigen Preisniveau. Die guten Rundholzpreise im Sommer bildeten aber auf keinen Fall die hohen Schnittholzpreise ab! Die Waldbesitzer partizipieren am wenigsten vom „Holzboom“ und jetzt, in einer ersten Eintrübungsphase, ist die Sägeindustrie bestrebt, diese Marktirritation sogleich an die Waldbesitzer weiterzugegeben.

In den letzten Wochen haben wir dies leider schon zu spüren bekommen, da aufgrund von Schadholzmengen durch Gewitterstürme die Holzmengen stockten und der Absatz nur zögerlich erfolgte. Dringend gesuchtes Rundholz wurde scheinbar über Nacht zum Problemprodukt! Diese Situation war für uns und alle betroffenen Waldbesitzer überraschend und unverständlich. Durch die Mengenaufstockung, welche jedoch nur bei einzelnen Abnehmern möglich war, den Absatz von Rundholz in andere Märkte und auch durch die Einlagerung von Rundholz in ein Nasslager konnten wir einige Mengen umdisponieren.

Geringe Absatzmengen

Neben einer deutlichen Preisabsenkung stellt uns das vierte Quartal vor allem aufgrund der geringen Lieferprofile vor Herausforderungen. Der Großteil der Sägeindustrie plant bis Jahresende mit deutlichen Einschnitts-Reduzierungen und dies hat zur Folge, dass nicht die benötigten Liefermengen absetzbar sind. Vor allem in einer Zeit, in der üblicherweise verstärkt die bäuerliche Waldarbeit beginnt, sind bei diesen Vorzeichen Absatzschwierigkeiten vorhersehbar.  

Daher bedarf es einer reduzierten und gut mit dem Waldhelfer abgestimmten Holznutzung in den nächsten Monaten. Wenn es der gesamten Forstwirtschaft gelingt, den Rundholzmarkt in den kommenden Monaten nicht zu überlasten, dann werden die Abnehmer auch rasch wieder Rundholzbedarf signalisieren und auch nicht alle Schwierigkeiten am Schnittholzmarkt auf die Rundholzlieferanten übertragen können.

Die Holzpreise für Nadelsägerundholz reduzieren sich im vierten Quartal 2021 um etwa 8,00 Euro pro Festmeter. Die Preise für Fichten-Blochholz der Güteklassen B/C (ab einem Mittendurchmesser von 20 cm) liegen somit zwischen 101,00 und 105,00 Euro pro Festmeter.

Die Industrieholz-Preise bleiben überwiegend gleich. Das bestehende Preisniveau liegt zwischen 51,00 und 58,00 Euro pro Atrotonne. Dies ergibt umgerechnet für Fichten-Faserholz einen Festmeterpreis von 25,00 bis 27,00 Euro.

Laubholzmarkt

Am Laubholzmarkt hat es weiterhin den Anschein, dass nur eine Baumart – die Eiche – gefragt ist! Die Baumart Eiche ist in allen Qualitäten gefragt und die Nachfrage bei anderen Baumarten beschränkt sich auf gute Qualitäten. Die Laubholznutzungen sollten gezielt durchgeführt werden und je Partie sollte eine Mindestverkaufsmenge von rund zehn bis fünfzehn Festmetern Sägerundholz angeboten werden. Das sägefähige Laubholz sollte bereits im Herbst produziert werden, denn bis Ende Jänner ist üblicherweise der beste Zeitraum für die Vermarktung. Das restliche nicht sägefähige Laubholz sollte als Industrieholz ausgeformt werden und nur das verbleibende „Überholz“ der Hackguterzeugung zugeführt werden. Im Bereich der Energieholz-Vermarktung wird auch in den nächsten Monaten ein Überangebot bestehen.

Gerne unterstützt Ihr Waldhelfer auch Sie bei der Auszeige der Waldflächen und informiert Sie über die Absatzmöglichkeiten. Dazu steht jedem Waldbesitzer das kostenlose Angebot der dreiStunden Durchforstungs-Auszeige oder Beratung durch die Waldhelfer zur Verfügung. Dafür melden Sie sich bitte direkt bei Ihrem Waldhelfer!

 

Dieser Artikel ist zugleich der Holzmarktbericht in Ausgabe 4/2021 der Zeitung "Waldverband aktuell". Diese erscheint in KW 41.

Der nächste Holzmarktbericht erscheint am 18. Oktober 2021.

Waldverband OÖ