Wichtig: Schadholz gering halten! - BWV-Holz­markt­bericht vom 13.07.2026

Die Holzmarktlage war in den letzten Wochen konstant, daher ist der nachfolgende Holzmarktbericht vom 13.07.2026 weiterhin gültig.

Ein wesentlicher Faktor für eine gute Holzmarktlage ist wenig Schadholz! Daher ist die verstärkte Kontrolle der Waldflächen und ein rasches Handeln bei Borkenkäferaufkommen mitentscheidend für die Marktlage im Herbst! 

 

Das erste Halbjahr 2026 wurde von unseren Mitgliedern intensiv für die aktive Waldbewirtschaftung genützt. Eine stabile Marktsituation mit guten Holzpreisen, aber auch geringe Schadholzmengen gaben den Waldbesitzern:innen die Möglichkeit, anstehende Holznutzungen durchzuführen. Diese intensive Holznutzungsphase spiegelt sich auch in den Verbandszahlen wider, so konnte die Vermarktungsmenge im ersten Halbjahr um 23 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gesteigert werden.

Einschnitte merklich reduziert!

Die wirtschaftliche Unsicherheit und die Absatzschwierigkeiten bei Schnittholz, welche seit der Nahostkrise verstärkt wurden, halten weiter an! Die Preise für Schnittholz gingen zurück und sind auch weiterhin unter Druck und zusätzlich stocken die Absatzmengen. Aus diesem Grund reduzierte die Sägeindustrie bereits im zweiten Quartal die Einschnittsmengen und weitere Reduktionen wie längere Revisionen (Zufuhrsperren) in den Sommermonaten sind geplant. Gerade jetzt, wenn weniger Schnittholz benötigt wird, ist es umso bedeutender, dass der Rundholzmarkt nicht durch hohe Schadholzmengen zusätzlich unter Druck gerät.

Nach einer langen Phase schrittweiser Preissteigerungen wurden im Laufe des zweiten Quartals 2026 die Sägerundholzpreise um rund 10 Euro pro Festmeter abgesenkt. Das neue Preisniveau für Fichten-Blochholz der Güteklassen BC (ab einem Mittendurchmesser von 20 Zentimetern) liegt somit bei 120,00 bis 122,00 Euro pro Festmeter. Diese Preise gelten vorerst meist nur bis Mitte oder Ende August und daher ist eine planbare Lieferung nur sehr kurzfristig möglich. Wie die letzten Monate zeigten, kann sich die Marktsituation – sowohl bei Schnitt- als auch Rundholz – rasch verändern. Daher kann bei ausbleibenden (Schad-)Holzmengen auch bald wieder eine positive Preisentwicklung entstehen.

Die Nachfrage nach Industrieholz ist sehr hoch und für Nadel- und Laubholzsortimente ist der Preis gestiegen. Diese Entwicklung ist vor allem auf die geringere Verfügbarkeit von Sägenebenprodukten aufgrund der Reduktion der Einschnittsmengen zurückzuführen. Die Preise für Nadel- und Laubfaserholz sind auf rund 90,00 – 100,00 Euro pro Atrotonne gestiegen. Für frisches Nadelfaserholz werden zusätzlich Preisanreize angeboten. Daher wird eine gezielte Ausformung von Faserholz empfohlen, da dadurch der Anteil an Waldhackgut reduziert werden kann und gleichzeitig die Absatzflexibilität erhalten bleibt.

Empfehlungen 3. Quartal

Die regelmäßige Waldflächenkontrolle ist in den Sommermonaten dringend notwendig, um Käfer- oder auch andere geschädigte Bäume rasch zu erkennen. Durch die rechtzeitige Aufarbeitung der einzelnen Schadholzbäume kann eine Ausweitung der Schäden verhindert werden.

Derzeit sind Nutzungsplanungen nur kurzfristig möglich und dies bedarf einer guten Abstimmung mit Ihrem Waldhelfer. Primäres Ziel muss in den nächsten Wochen sein, die entstehenden Schadholzmengen rasch und zügig abzuwickeln und sofern der Holzmarkt weitere Nutzungen zulässt, diese mit gut geplanten Normalnutzungen zu ergänzen. Es wird in gesamt Oberösterreich derzeit von wenig Schadholz in den Sommermonaten ausgegangen. Trotzdem ist das Ausmaß für die weitere Holzmarktentwicklung wesentlich, daher wurde dies im Marktbericht entsprechend thematisiert.

Die Absatzmengen gehören genau geplant, daher ist es dringend notwendig, dass jede:r Waldbesitzer:in vor der Holznutzung die geschätzte Holzmenge mit dem Waldhelfer abstimmt. Nur durch eine präzise gesamtheitliche Planung kann ein unnötiger Absatzdruck verhindert werden und die Holzabfuhr zügig erfolgen. Ihr Waldhelfer hat alle aktuellen Angebote und wird von uns umgehend informiert, wenn einzelne Abnehmer Revisionen bzw. Zufuhrsperren an uns kommunizieren. Er informiert Sie gerne über die unterschiedlichen Absatzmöglichkeiten und die jeweilige Ausformung. Auch die gesamte Organisation und Durchführung der Holzerntemaßnahmen kann vom Waldverband beziehungsweise vor Ort vom Waldhelfer abgewickelt werden. 

Dieser Bericht erscheint auch als Holzmarktbericht in der kommenden Ausgabe 03/2026 der Verbandszeitung „Waldverband aktuell“.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 10. August 2026.
Waldverband O


Holzvermarktung BWV OÖ

Der BWV OÖ bietet seinen Mitgliedern eine starke Holzvermarktungsorganisation, die sich seit über 50 Jahren der Herausforderung im Holzgeschäft stellt.  Eine optimale Vermarktung für die WaldbesitzerInnen wird ermöglicht durch eine sichere, objektive und rasche Geschäftsabwicklung, sowie hohe Transparenz im Holzgeschäft. Als Marktpartner von nicht weniger als 150 Säge-, Papier-, und Energieholzkunden sichern wir unseren Mitgliedern die optimale Vermarktung ihres Holzes - bei voller finanzieller Sicherheit!

Der Waldverband OÖ auf einen Blick:

Der Waldverband OÖ (BWV OÖ) ist als Verein ein Zusammenschluss von WaldbesitzerInnen und unterstützt diese bei der HolzproduktionHolzvermarktung und Waldbetreuung. Über 30.000 Mitglieder haben in den letzten drei Jahren durchschnittlich 950.000 Festmeter Holz produziert und vermarktet.

ZIELE UND AUFGABEN

  • Der BWV OÖ sieht es als vorrangiges Ziel, durch gemeinschaftliche Vermarktung von Waldprodukten das Einkommen der Mitglieder aus der Waldwirtschaft zu verbessern.
  • Der BWV OÖ trägt durch Organisation des gemeinschaftlichen Einsatzes von Arbeitskräften und Maschinen zur Senkung der Kosten bei der Waldbewirtschaftung bei.
  • Der BWV OÖ ermöglicht durch laufende Information und fachliche Beratung den Mitgliedern eine auf dem aktuellen Stand des Fachwissens stehende Pflege und Nutzung des Waldes.
  • Der BWV OÖ strebt durch genaue Marktbeobachtung und Zusammenarbeit mit den Marktpartnern die Schaffung neuer Absatzmöglichkeiten für Waldprodukte an.
  • Der BWV OÖ vertritt die Interessen seiner Mitglieder in allen forstpolitisch relevanten Fragen. Er sucht dabei die Zusammenarbeit mit allen Interessenvertretungen der Forstwirtschaft, insbesondere mit der Landwirtschaftskammer OÖ.
  • Der BWV OÖ verwirklicht bei seiner Tätigkeit den Grundsatz der Subsidiarität und sieht die Eigenverantwortung jedes Mitgliedes als Ausgangspunkt seiner unterstützenden Tätigkeit.
  • Der BWV OÖ sieht sich als Partner der holzverarbeitenden Industrie und ist bestrebt, übergeordnete Ziele zur Nutzung des heimischen Waldes mit diesen Partnern umzusetzen. Er verfolgt die Partizipation seiner Mitglieder an allen positiven Entwicklungen der Holzwirtschaft.