Holzmarkt - Optimismus gebremst! – BWV-Holzmarktbericht vom 19.10.2026

Die Holzmarktlage war in den letzten zwei Wochen konstant, daher ist der nachfolgende Holzmarktbericht vom 08.10.2026 weiterhin gültig.
Die nächste Information erscheint am 02. November 2026.
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Bei den anstehenden Nutzungen sollte der Fokus auf Waldflächen mit hohem Borkenkäferrisiko sowie auf notwendigen Pflegemaßnahmen liegen. Gleichzeitig ist die weitere Entwicklung des Holzmarktes aufmerksam zu beobachten.
Die Unsicherheit auf den Schnittholzmärkten und das zuletzt hohe Rundholzaufkommen prägten die aktuellen Preisverhandlungen. Mit dem Ende der Sommer- und Käfersaison blicken wir auf ein beträchtliches Schadholzaufkommen durch Borkenkäfer und Stürme zurück. Die Rundholzzufuhr zu den Sägewerken war hoch, die Lager sind gut gefüllt. Der Anteil an Käferholz ist gegenüber den Vorjahren gestiegen. Bei der Planung der Winternutzungen sollten daher insbesondere potenziell gefährdete Waldflächen berücksichtigt werden.
Preissituation angespannt!
Preisrücknahmen zu Beginn der Schlägerungssaison beziehungsweise für das vierte Quartal konnten weitgehend nicht verhindert werden. Die anhaltende weltweite Konjunkturschwäche belastet zunehmend die internationalen Schnittholzmärkte. Besonders die für europäische Sägewerke wichtigen Überseemärkte haben deutlich an Dynamik verloren, wodurch der Druck auf den europäischen Markt steigt. Anders stellt sich die Situation für die Sägeindustrie im Pellet- und Hackschnitzelbereich dar. Hier konnten deutliche Preiserhöhungen erzielt werden. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen besteht für die bevorstehende Wintersaison weiterhin Nachfrage nach Rundholz, da die Werke zur Auslastung ihrer Produktion entsprechende Mengen benötigen.
Der aktuelle Holzpreis für Fichte in BC-Qualität ab einem Mittendurchmesser von 20 cm liegt bei rund 115 bis 120 Euro je Festmeter. Schwieriger gestaltet sich der Absatz von Starkholz! Deshalb ist eine frühzeitige Abstimmung mit dem Waldhelfer empfehlenswert, um geeignete Vermarktungsmöglichkeiten zu prüfen.
Positiv entwickelt sich weiterhin der Markt für zahlreiche Industrieholzsortimente. Vor allem Nadelindustrieholz ist stark gefragt und erzielt verbesserte Preise. Diese Entwicklung schafft gute Absatzmöglichkeiten für Durchforstungseingriffe. Das Preisniveau liegt derzeit zwischen 90 und 95 Euro je Atrotonne. Für frisches Nadelfaserholz werden rund 115 Euro je Atrotonne erzielt.
Bei den Laubholzverhandlungen für die kommende Saison zeigte sich erneut die starke Nachfrage nach Eiche und Esche. Beide Baumarten werden in nahezu allen Qualitäten gut nachgefragt, während sich das Interesse bei anderen Laubholzarten überwiegend auf hochwertige Qualitäten konzentriert. Für Esche konnten zudem Preissteigerungen erreicht werden. Laubholznutzungen sollten gezielt geplant werden. Eine Mindestmenge von etwa zehn bis fünfzehn Festmetern Sägerundholz ist wünschenswert.
EUDR – jetzt wirklich?
Sofern sich die Rechtslage nicht mehr ändert, wird die bereits zweimal verschobene EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) ab 30. Dezember 2026 wirksam.
Nach der Verordnung gelten Waldbesitzer:innen als Marktteilnehmer, wenn sie relevante Erzeugnisse erstmals in Verkehr bringen. Dafür ist eine Registrierung im EUDR-Informationssystem oder die Beauftragung eines Bevollmächtigten erforderlich. Für geplante Nutzungen muss eine Referenznummer erstellt werden, die vor der Lieferung an den Erstkäufer weiterzugeben ist. Bei Ab-Stock-Geschäften gilt der Käufer als Erstinverkehrbringer, in diesem Fall benötigt der/die Waldbesitzer:in keine Referenznummer.
Da angekündigte nationale Lösungen zur vereinfachten Erstellung dieser Referenznummer derzeit noch nicht verfügbar sind, können zur digitalen Abwicklung noch keine detaillierten Informationen gegeben werden.
Wir sind bemüht, über das BWV-Portal praxistaugliche Lösungen anzubieten und Sie laufend über den aktuellen Wissensstand zu informieren. Derzeit besteht für Waldbesitzer:innen noch kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Spätestens ab Jänner 2027 wird jedoch vor dem Inverkehrbringen von Holz eine Referenznummer erforderlich sein.
Melden Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Waldhelfer. Er unterstützt Sie gerne bei der Nutzungsplanung und der Auszeige der Waldflächen.
Dieser Bericht erscheint auch als Holzmarktbericht in Ausgabe 04/2026 der Zeitung „Waldverband aktuell“.
Holzvermarktung BWV OÖ
Der BWV OÖ bietet seinen Mitgliedern eine starke Holzvermarktungsorganisation, die sich seit über 50 Jahren der Herausforderung im Holzgeschäft stellt. Eine optimale Vermarktung für die WaldbesitzerInnen wird ermöglicht durch eine sichere, objektive und rasche Geschäftsabwicklung, sowie hohe Transparenz im Holzgeschäft. Als Marktpartner von nicht weniger als 150 Säge-, Papier-, und Energieholzkunden sichern wir unseren Mitgliedern die optimale Vermarktung ihres Holzes - bei voller finanzieller Sicherheit!
Der Waldverband OÖ auf einen Blick:
Der Waldverband OÖ (BWV OÖ) ist als Verein ein Zusammenschluss von WaldbesitzerInnen und unterstützt diese bei der Holzproduktion, Holzvermarktung und Waldbetreuung. Über 30.000 Mitglieder haben in den letzten drei Jahren durchschnittlich 950.000 Festmeter Holz produziert und vermarktet.
ZIELE UND AUFGABEN
- Der BWV OÖ sieht es als vorrangiges Ziel, durch gemeinschaftliche Vermarktung von Waldprodukten das Einkommen der Mitglieder aus der Waldwirtschaft zu verbessern.
- Der BWV OÖ trägt durch Organisation des gemeinschaftlichen Einsatzes von Arbeitskräften und Maschinen zur Senkung der Kosten bei der Waldbewirtschaftung bei.
- Der BWV OÖ ermöglicht durch laufende Information und fachliche Beratung den Mitgliedern eine auf dem aktuellen Stand des Fachwissens stehende Pflege und Nutzung des Waldes.
- Der BWV OÖ strebt durch genaue Marktbeobachtung und Zusammenarbeit mit den Marktpartnern die Schaffung neuer Absatzmöglichkeiten für Waldprodukte an.
- Der BWV OÖ vertritt die Interessen seiner Mitglieder in allen forstpolitisch relevanten Fragen. Er sucht dabei die Zusammenarbeit mit allen Interessenvertretungen der Forstwirtschaft, insbesondere mit der Landwirtschaftskammer OÖ.
- Der BWV OÖ verwirklicht bei seiner Tätigkeit den Grundsatz der Subsidiarität und sieht die Eigenverantwortung jedes Mitgliedes als Ausgangspunkt seiner unterstützenden Tätigkeit.
- Der BWV OÖ sieht sich als Partner der holzverarbeitenden Industrie und ist bestrebt, übergeordnete Ziele zur Nutzung des heimischen Waldes mit diesen Partnern umzusetzen. Er verfolgt die Partizipation seiner Mitglieder an allen positiven Entwicklungen der Holzwirtschaft.




