BWV-Holzmarktbericht vom 19.02.2024

Der Holzmarkt war in den letzten Wochen konstant, daher ist der ergänzte Holzmarktbericht vom 10.01.2024 weiterhin aktuell.

***************************************************************************************************************************

Ergänzungen zum Holzmarktbericht (siehe unten) der Zeitung Waldverband aktuell 1/2024 vom 10.01.2024

Der Absatz von Rundholz ist weiter konstant und alle Sortimente sind gut nachgefragt. Einige Nadel-Sägerundholzangebote wurden in der Zwischenzeit geringfügig erhöht und die aktuellen Rundholzpreise befinden sich zwischen 100,00 und 106,00 Euro pro Festmeter.

Die neu angepassten Angebote wurden auch bereits bis Ende April fixiert, wodurch für die Holzproduktion eine längere Planungs- und Absatzsicherheit gegeben ist.

*****************************************************************************************************

Eine gute Nachfrage nach allen Sortimenten ist derzeit sowohl im Nadel- als auch im Laubholzbereich gegeben. Die entstandenen Sturm- und Schneebruchschäden sind nicht marktbeeinträchtigend und können als Anstoß zur Holzarbeit genützt werden.  

Die Rundholzlager der holzverbrauchenden Industrie sind aktuell niedrig und die Nachfrage nach Holz entsprechend hoch. Nach einem verhaltenen Herbst mit sehr geringer Holzproduktion wurde aufgrund der schlechten Witterung in den letzten Wochen dieser Trend zusätzlich verstärkt. Vor allem die angespannte Versorgungssituation der Holzabnehmer führte mit Jahreswechsel zu Preiserhöhungen bei Sägerundholz, denn eine nachhaltige Absatzbelebung für Schnittholz ist nicht erkennbar. Die Sägerundholzpreise konnten zwischen fünf und acht Euro pro Festmeter erhöht werden und befinden sich zwischen 100 bis 103 Euro pro Festmeter. Einzelne Abnehmer zahlen für benötigte Längenausformungen einen zusätzlichen Bonus.

Der Industrieholzmarkt zeigt sich derzeit sehr ausgeglichen. Die verringerte Nachfrage der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie trifft auf ein geringes Angebot sowohl an Rund- als auch Sägerestholz. Die Nachfrage nach Rundholz und Waldhackgut seitens der Heizwerke ist weiterhin konstant und die entsprechenden Mengenströme entwickeln sich sukzessive. Die Energie- und Industrieholzpreise wurden auf dem bestehenden Niveau bis Ende März verlängert. Für Laubfaserholz und frisches Nadelfaserholz befindet sich der Preis zwischen 90 Euro und 100 Euro pro Atrotonne (frei Straße).

Für die Lieferung von Biomasse in Heizkraftwerke über 20 MW ist ab 1. Jänner 2024 die Zertifizierung der Lieferkette zur Einhaltung der EU-Richtlinie 2018/2001 notwendig. Seitens des Waldverbandes OÖ haben wir uns im Herbst nach dem Zertifizierungssystem SURE als Erzeugerbetrieb forstlicher Biomasse zertifizieren lassen. Dies hat zur Folge, dass wir an Heizkraftwerke (größer 20 MW) zertifiziertes Rundholz liefern können, sofern seitens der Mitglieder (Besitzer:innen der Waldfläche) die Nachhaltigkeitskriterien bei der Produktion der Biomasse eingehalten werden. Die konkreten Nachhaltigkeitskriterien sowie die einzuhaltenden Produktionskriterien sind auf den jeweiligen Angeboten angeführt und zusätzlich dem Waldhelfer bekannt.  

Die Nachfrage nach Laubsägerundholz (verstärkt nach den Baumarten Eiche und Esche) ist weiterhin hoch und die Preise sind bis Saisonende (Ende März) gleichbleibend. Auch wenn derzeit die Nachfrage nach Laubsägerundholz hoch ist, sollten die noch anstehenden Nutzungen zügig durchgeführt werden.

Brutquellen rechtzeitig entfernen

Die Schneemengen Anfang Dezember sowie die Sturmfront an den Weihnachtstagen haben in fast gesamt Oberösterreich Schadholzmengen verursacht. Auch wenn es sich meist nur um einzelne Schadholzbäume handelt, können diese Brutquellen für Folgeschäden darstellen. Daher ist eine flächige Kontrolle der Waldflächen und die konsequente und rechtzeitige Aufarbeitung der Schadholzbäume vor Vegetationsbeginn im Frühjahr notwendig.

Klimafitte Wälder durch Holznutzung

Pflege- und Durchforstungsmaßnahmen haben höchste Priorität bei der aktiven Waldbewirtschaftung. Rechtzeitige und regelmäßige Eingriffe stabilisieren die Waldflächen und bieten die Basis für zukünftige Erträge. Durch die Verlängerung des Waldfonds stehen zusätzliche Fördermittel zur Verfügung, um den Wald an den Klimawandel anzupassen. Daher sollten freie Arbeitskapazitäten dazu verwendet werden, diesbezügliche Pflegeeingriffe durchzuführen.

Die rechtzeitige Einleitung der Verjüngung der Waldflächen ist ein weiteres Kriterium zur Stabilisierung der Wälder, denn die Gefährdung steigt mit zunehmender Überalterung der Bäume. Die oft zurückgehaltenen Altholzreserven können sehr rasch nutzlos werden, wenn zu einem späteren Zeitpunkt Borkenkäfer, Stürme oder Trockenheit diese beschädigen.

Nutzen Sie die nächsten Wochen zur Holzproduktion und stimmen Sie sich vor der Schlägerung mit Ihrem Waldhelfer ab, um gemeinsam die optimale Absatzvariante festzulegen. Auch die Organisation von Maschineneinsätzen übernimmt Ihr Waldhelfer gerne.

Wir bedanken uns für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen im abgelaufenen Jahr und wünschen Ihnen alles Gute für das Jahr 2024.

Dieser Bericht erscheint auch als Holzmarktbericht in Ausgabe 1/2024 der Verbandszeitung "Waldverband aktuell".

Die nächste Information erscheint am 04. März 2024
Waldverband OÖ


Holzvermarktung BWV OÖ

Der BWV OÖ bietet seinen Mitgliedern eine starke Holzvermarktungsorganisation, die sich seit über 50 Jahren der Herausforderung im Holzgeschäft stellt.  Eine optimale Vermarktung für die WaldbesitzerInnen wird ermöglicht durch eine sichere, objektive und rasche Geschäftsabwicklung, sowie hohe Transparenz im Holzgeschäft. Als Marktpartner von nicht weniger als 150 Säge-, Papier-, und Energieholzkunden sichern wir unseren Mitgliedern die optimale Vermarktung ihres Holzes - bei voller finanzieller Sicherheit!

Der Waldverband OÖ auf einen Blick:

Der Waldverband OÖ (BWV OÖ) ist als Verein ein Zusammenschluss von WaldbesitzerInnen und unterstützt diese bei der HolzproduktionHolzvermarktung und Waldbetreuung. Über 30.000 Mitglieder haben in den letzten drei Jahren durchschnittlich 950.000 Festmeter Holz produziert und vermarktet.

ZIELE UND AUFGABEN

  • Der BWV OÖ sieht es als vorrangiges Ziel, durch gemeinschaftliche Vermarktung von Waldprodukten das Einkommen der Mitglieder aus der Waldwirtschaft zu verbessern.
  • Der BWV OÖ trägt durch Organisation des gemeinschaftlichen Einsatzes von Arbeitskräften und Maschinen zur Senkung der Kosten bei der Waldbewirtschaftung bei.
  • Der BWV OÖ ermöglicht durch laufende Information und fachliche Beratung den Mitgliedern eine auf dem aktuellen Stand des Fachwissens stehende Pflege und Nutzung des Waldes.
  • Der BWV OÖ strebt durch genaue Marktbeobachtung und Zusammenarbeit mit den Marktpartnern die Schaffung neuer Absatzmöglichkeiten für Waldprodukte an.
  • Der BWV OÖ vertritt die Interessen seiner Mitglieder in allen forstpolitisch relevanten Fragen. Er sucht dabei die Zusammenarbeit mit allen Interessenvertretungen der Forstwirtschaft, insbesondere mit der Landwirtschaftskammer OÖ.
  • Der BWV OÖ verwirklicht bei seiner Tätigkeit den Grundsatz der Subsidiarität und sieht die Eigenverantwortung jedes Mitgliedes als Ausgangspunkt seiner unterstützenden Tätigkeit.
  • Der BWV OÖ sieht sich als Partner der holzverarbeitenden Industrie und ist bestrebt, übergeordnete Ziele zur Nutzung des heimischen Waldes mit diesen Partnern umzusetzen. Er verfolgt die Partizipation seiner Mitglieder an allen positiven Entwicklungen der Holzwirtschaft.