Intensive Holzerntezeit angebrochen! – BWV-Holzmarktbericht vom 19.01.2026
Die kalte Witterung und die guten Holzpreise bieten zum Jahreswechsel attraktive Rahmenbedingungen zur Holznutzung. Dies führt zu verstärktem Holzaufkommen und zu Herausforderungen in der Holzlogistik!
Die Forstwirtschaft kann auf ein gutes Holzjahr 2025 zurückblicken. Erfreulich waren die geringen Schadholzmengen und auch die schrittweise positive Entwicklung der Holzpreise, vor allem die Entwicklung der Sägerundholzpreise war sehr dynamisch und stellt derzeit, nominell betrachtet, einen Spitzenwert in der Preisstatistik dar. Viele Waldbesitzer:innen haben im letzten Jahr verstärkt normale Holznutzungen durchgeführt. In Summe haben im Jahr 2025 rund 13.300 Waldbesitzer:innen eine Gesamt-Vermarktungsmenge von rund 950.000 Festmetern über den Waldverband OÖ vermarktet und dabei ist der Anteil der „Ab Stock“-Abwicklung in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Bei der „Ab Stock“-Abwicklung übernimmt der Waldverband OÖ den Ernteeinsatz und Ihr Waldhelfer vor Ort die Einsatzleitung, dazu bedarf es einer guten Planung, die mit einer möglichst frühen Kontaktaufnahme mit dem Waldhelfer startet. Dadurch kann der Einsatz optimal koordiniert und abgestimmt werden und auch die Vermarktung des Rundholzes marktkonform erfolgen. Nutzen Sie die nächste Zeit, um mit Ihrem Waldhelfer die geplanten Nutzungen für das Jahr 2026 zu besprechen!
Aktueller Holzmarkt
Die Nachfrage nach Rundholz hält weiterhin an und die Holz-Verfügbarkeit in den nächsten Monaten und vermutlich über das gesamte Jahr wird ein preisbestimmender Faktor bleiben. Die Absatzmärkte für Nadelschnittholz sind entsprechend der gesamtwirtschaftlichen Lage weiterhin angespannt.
Die Sägerundholzpreise für Fichte, BC-Qualität ab einem Mittendurchmesser von 20 cm befinden sich aktuell bei rund 128,00 bis 132,00 Euro netto pro Festmeter. Die angeführten Sägerundholzpreise wurden großteils nur bis Ende Februar fixiert. Die Längenausformungen variieren derzeit sehr stark, daher ist vor der Schlägerung eine Abstimmung mit dem Waldhelfer wichtig.
Die Marktlage bei Nadel- und auch Laubindustrieholz hat sich deutlich verbessert und Industrierundholz ist gut nachgefragt! Die eingeschränkte Verfügbarkeit von Industriehackgut aufgrund der Einschnitt-Reduktionen der Sägeindustrie war dabei ein wesentlicher Faktor. Die Industrieholzpreise konnten erhöht werden und befinden sich aktuell bei 80,00 bis 88,00 Euro netto pro Atro-Tonne. Für frisches Fichten/Tannen-Faserholz werden zusätzlich Preisanreize für Lieferungen im ersten Quartal angeboten. Daher wird empfohlen, gezielt Industrieholzsortimente auszuformen, denn dadurch kann der Energieholzanteil reduziert werden und zusätzlich bleibt die Absatzflexibilität (Absatz als Industrieholz oder bei Bedarf doch als Hackgut) erhalten. Denn, sofern die Temperaturen über einen längeren Zeitraum noch sehr kühl bleiben, kann auch rasch der Bedarf an Energieholz steigen! Der Absatz von Energieholz erfolgt aktuell weiterhin auf dem bestehenden Preisniveau.
Derzeit ist die Nachfrage nach Laubholz noch gut – vor allem nach den Baumarten Eiche und Esche in guten Qualitäten (A und B). Alle anderen Baumarten und generell schlechtere Qualitäten (BC, C) sind unter Druck. Trotz der derzeit noch bestehenden Nachfrage empfehlen wir, Laubholznutzungen mit Blochholz-Anteilen möglichst zeitnahe abzuschließen. Das restliche nicht sägefähige Laubholz sollte als Industrieholz ausgeformt und nur das verbleibende „Überholz“ der Hackguterzeugung zugeführt werden.
„Nadelöhr Holzabfuhr?“
Aufgrund der erwartet hohen Bereitschaft zur Holzproduktion ist eine gute Planung und Flexibilität der Produktionsmengen in den nächsten Monaten sehr wichtig, da der Grat zwischen guter Nachfrage und zu viel Rundholz sehr schmal ist.
Bei optimalen Witterungsbedingungen wie jetzt im Winter erfolgt eine verstärkte Holznutzung und das „Nadelöhr“ stellen die nachgelagerten logistischen Bereiche dar. So ist zu erwarten, dass die Holzabfuhr aber auch die Übernahmekapazitäten der holzverarbeitenden Industrie die aktuell hohen Produktionsmengen teilweise nicht zeitnahe abwickeln können. Zu dieser Jahreszeit (außerhalb der Vegetation) ist aber beim Rundholz kein Qualitätsverlust aufgrund der Lagerung zu erwarten.
Seitens des Waldverbandes achten wir auf die Bonität der Holzkäufer und besichern das Holzgeschäft mit Zahlungssicherheiten, denn Holzverkauf braucht Sicherheit. Nutzen Sie die nächsten Wochen für die Waldarbeit und stimmen Sie sich vor der Schlägerung mit Ihrem Waldhelfer ab, um gemeinsam die optimale Absatzvariante festzulegen.
Dieser Artikel erscheint auch als Holzmarktbericht in Ausgabe 01/2026 der Verbandszeitung „Waldverband aktuell“.
Die nächste Information erscheint am 02. Februar 2026.
Waldverband OÖ

Holzvermarktung BWV OÖ
Der BWV OÖ bietet seinen Mitgliedern eine starke Holzvermarktungsorganisation, die sich seit über 50 Jahren der Herausforderung im Holzgeschäft stellt. Eine optimale Vermarktung für die WaldbesitzerInnen wird ermöglicht durch eine sichere, objektive und rasche Geschäftsabwicklung, sowie hohe Transparenz im Holzgeschäft. Als Marktpartner von nicht weniger als 150 Säge-, Papier-, und Energieholzkunden sichern wir unseren Mitgliedern die optimale Vermarktung ihres Holzes - bei voller finanzieller Sicherheit!
Der Waldverband OÖ auf einen Blick:
Der Waldverband OÖ (BWV OÖ) ist als Verein ein Zusammenschluss von WaldbesitzerInnen und unterstützt diese bei der Holzproduktion, Holzvermarktung und Waldbetreuung. Über 30.000 Mitglieder haben in den letzten drei Jahren durchschnittlich 950.000 Festmeter Holz produziert und vermarktet.
ZIELE UND AUFGABEN
- Der BWV OÖ sieht es als vorrangiges Ziel, durch gemeinschaftliche Vermarktung von Waldprodukten das Einkommen der Mitglieder aus der Waldwirtschaft zu verbessern.
- Der BWV OÖ trägt durch Organisation des gemeinschaftlichen Einsatzes von Arbeitskräften und Maschinen zur Senkung der Kosten bei der Waldbewirtschaftung bei.
- Der BWV OÖ ermöglicht durch laufende Information und fachliche Beratung den Mitgliedern eine auf dem aktuellen Stand des Fachwissens stehende Pflege und Nutzung des Waldes.
- Der BWV OÖ strebt durch genaue Marktbeobachtung und Zusammenarbeit mit den Marktpartnern die Schaffung neuer Absatzmöglichkeiten für Waldprodukte an.
- Der BWV OÖ vertritt die Interessen seiner Mitglieder in allen forstpolitisch relevanten Fragen. Er sucht dabei die Zusammenarbeit mit allen Interessenvertretungen der Forstwirtschaft, insbesondere mit der Landwirtschaftskammer OÖ.
- Der BWV OÖ verwirklicht bei seiner Tätigkeit den Grundsatz der Subsidiarität und sieht die Eigenverantwortung jedes Mitgliedes als Ausgangspunkt seiner unterstützenden Tätigkeit.
- Der BWV OÖ sieht sich als Partner der holzverarbeitenden Industrie und ist bestrebt, übergeordnete Ziele zur Nutzung des heimischen Waldes mit diesen Partnern umzusetzen. Er verfolgt die Partizipation seiner Mitglieder an allen positiven Entwicklungen der Holzwirtschaft.




