UNGEWISSE MARKTSITUATION: BWV-Holz­markt­bericht vom 30.03.2026

Beitrag, 30. März 2026

Die Marktsituation sowohl für Schnittholz als auch für Rundholz wird sukzessive ungewisser! Aufgrund der Kriegssituation im Nahen Osten kommt der Schnittholzabsatz in der gesamten Nahost-Region weitgehend zum Erliegen. Dies stellt insbesondere die europäische Holzindustrie vor große Herausforderungen, da die MENA-Region (Middle East and North Africa) normalerweise der wichtigste Überseemarkt für europäisches Nadelschnittholz ist.

Daher planen einige Sägewerke für die nächsten Wochen den Einschnitt zu reduzieren. Dies hat zur Folge, dass aufgrund der aktuell hohen Rundholz-Werkslager die Zufuhrmengen teilweise kontingentiert werden müssen und sich die Holzabfuhr reduziert. Angesichts dieser veränderten Marktsituation ist es nun prioritär, die bereits produzierten Waldlager möglichst rasch abzutransportieren und die laufende Holzproduktion abzuschließen. Weitere geplante Holznutzungen sollten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die Situation kann sich jedoch rasch wieder verbessern, da – sofern Kalamitätsholz ausbleibt – bereits ab Juni erneut eine Angebotsverknappung erwartet wird und zudem zu hoffen ist, dass sich die geopolitische Lage entspannt.

Die Preise bei neu abgeschlossenen Sägerundholz-Verträgen sind rückläufig, und das Preisband für Lieferungen im April liegt zwischen 125,00 und 130,00 Euro netto pro Festmeter (Fichte, Stärkeklasse 2a, BC-Qualität). Für Lieferungen im Mai kann derzeit noch keine Preisaussicht gegeben werden.

Die rege Nachfrage nach Industrieholz hält trotz der verstärkten Holzproduktion weiter an, da die Abfuhr von Industrieholz zugunsten der Sägerundholzlieferungen zurückgestellt wurde. Die Industrieholzpreise liegen derzeit bei 80,00 bis 95,00 Euro netto pro Atro-Tonne. Für frisches Fichten- und Tannenfaserholz werden zusätzlich Preisanreize angeboten. Daher wird empfohlen, gezielt Industrieholzsortimente auszuformen, da dadurch der Anteil an Energieholz reduziert werden kann und gleichzeitig die Absatzflexibilität erhalten bleibt (Absatz als Industrieholz oder bei Bedarf als Hackgut).

Aufgrund der steigenden Temperaturen sollte noch vor dem Schwärmflug des Borkenkäfers ein besonderer Schwerpunkt auf die Waldhygiene gelegt werden. Dazu zählt, dass sämtliches bruttaugliches Nadelholz aufgearbeitet und aus dem Wald entfernt wird.

Seitens des Waldverbandes achten wir auf die Bonität der Holzkäufer und besichern das Holzgeschäft mit Zahlungssicherheiten – denn Holzverkauf braucht Sicherheit. Stimmen Sie sich vor der Schlägerung mit Ihrem Waldhelfer ab, um gemeinsam die optimale Absatzvariante festzulegen.

Die nächste Information erscheint am 13. April 2026.
Waldverband OÖ