Waldflächen-Kontrolle nach Stürmen notwendig! – BWV-Holz­markt­bericht vom 01.06.2026

Beitrag, 01. Juni 2026

Die Gewitterfronten am letzten Mai-Wochenende haben punktuell einzelne oder kleinflächige Sturmschäden verursacht. Nach ersten Einschätzungen handelt es sich in Summe um geringe Schadholzmengen, welche nicht marktrelevant sind und deren Vermarktung zügig erfolgen kann. 

Sehr wichtig nach Windstürmen ist aber die Kontrolle aller Waldflächen! Speziell jetzt in den Sommermonaten ist eine zeitnahe Aufarbeitung von geschädigten Bäumen notwendig, damit kein bruttaugliches Material für den Borkenkäfer im Wald zurückbleibt.  

Nützen Sie die nächsten Tage für einen Waldspaziergang, bei dem Sie gezielt nach windgeschädigten Bäumen aber auch nach frischbefallenen Borkenkäfer-Stämmen suchen. Ihr Waldhelfer unterstützt Sie gerne bei der Organisation der Schadholzaufarbeitung und Vermarktung.

 

Die weiter unten angeführte Holzmarkt-Information vom 18. Mai 2026 ist weiterhin gültig.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 15. Juni 2026.
Waldverband OÖ

*************************************************************************************************************

Die Verzögerungen bei der Holzabfuhr aus den letzten Wochen konnten inzwischen abgebaut werden. Sowohl beim Industrieholz als auch beim Sägerundholz hat sich die Situation wieder stabilisiert und der Holzabsatz verläuft nun wieder normal.

Mit Mai wurden die Preise für Sägerundholz etwas reduziert. Das aktuelle Preisniveau liegt bis Ende Juni zwischen 120,00 und 123,00 Euro netto pro Festmeter (Fichte, Stärkeklasse 2a, BC-Qualität).

Da der Absatz von Rundholz wieder zeitnah erfolgt und die Nachfrage gegeben ist, können geplante Holznutzungen nun wieder ohne größere Einschränkungen umgesetzt werden.

Die zusätzlichen Informationen aus dem Holzmarktbericht vom 20.04.2026 (siehe unten) behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Besonders die Hinweise zum Borkenkäferrisiko sollten aufgrund der anhaltenden Trockenheit verstärkt beachtet werden.

****************************************************************************************************************************

Die rege Nachfrage nach Industrieholz hält an. Die Industrieholzpreise liegen derzeit bei 90,00 bis 100,00 Euro netto pro Atro-Tonne. Für frisches Nadelfaserholz werden zusätzlich Preisanreize angeboten. Daher wird eine gezielte Ausformung von Industrieholzsortimenten empfohlen, da dadurch der Anteil an Energieholz reduziert werden kann und gleichzeitig die Absatzflexibilität erhalten bleibt.

Käferrisiko nicht unterschätzen!

Die Dauer und die Dynamik der Entwicklung des Borkenkäfers sind maßgeblich von der Temperatur abhängig. Weitere wesentliche Einflussfaktoren für die Käferausbreitung sind die Vitalität der Bäume und das rechtzeitige Entfernen von brutfähigem Material aus dem Wald. Diese Faktoren haben Waldbesitzer:innen durch aktive und sorgfältige Bewirtschaftung selbst in der Hand.

Das Frühjahr ist für die Käferausbreitung meist die entscheidende Jahreszeit. Denn aus einem im Frühjahr übersehenen Käferbaum, wobei es sich oft um einen vorgeschädigten Baum handelt, können bis zum Herbst 1.000 weitere Käferbäume entstehen. Aufgrund dieses extremen Vermehrungspotentials des Borkenkäfers ist es von großer Bedeutung, dass kein brutfähiges Rundholz im Wald zurückbleibt. Denn jeder im Frühjahr übersehene vorgeschädigte Einzelbaum kann die Brutquelle für die nächste Käferkalamität sein!

Daher gilt es, jetzt im Frühjahr nochmals die gesamte Waldfläche zu kontrollieren, ob kein brutfähiges Rundholz übersehen wurde und zugleich kann bereits die erste Suche nach eingebohrten Borkenkäfern (Bohrmehlsuche) am stehenden Stamm durchgeführt werden. Nur durch regelmäßige Kontrollen und das rasche Aufarbeiten von vorgeschädigten oder bereits befallenen Bäumen in der gesamten Vegetationszeit kann eine Käferausbreitung verhindert werden.

Die rasche Vermarktung von Rundholz ist speziell in der Vegetationszeit entscheidend. Wir werden unser Bestes tun, um dies auch in den nächsten Monaten zu ermöglichen. Dazu ist vor der Schlägerung die rechtzeitige Abstimmung mit dem Waldhelfer notwendig. Dadurch können dringende Schadholznutzungen rascher abgewickelt werden und geplante Normalnutzungen für eine passende Marktlage vorgemerkt werden.